Leukämie

Leukämie ist ein Sammelbegriff für Erkrankungen, die sich durch eine vermehrte Bildung von funktionslosen Vorstufen einer weißen Blutzelle auszeichnen. Die Anzahl dieser Leukämiezellen kann stark ansteigen, so dass das Blutbild weiß erscheint (griechisch: Leukämie = weißes Blut). Die große Anzahl funktionsloser Vorstufen im Knochenmark, im Blut und eventuell in anderen Organen kann in zunehmendem Maße die notwendigen Funktionen des Knochenmarkes, des Blutes, aber auch anderer Organe stören.

Symptome einer Leukämie-Erkrankung

Die Ansammlung von Leukämie-Zellen im Körper beginnt in der Regel unbemerkt und führt im weiteren Verlauf je nach Leukämieart zu einigen möglicherweise auftretenden Symptomen. Die Symptome können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Sie sind aber nicht unbedingt leukämiespezifisch:

• Blässe

• Abgeschlagenheit und Müdigkeit

• Atemnot

• Nasen- und Zahnfleischblutungen

• schwer stillbare Blutungen

• ungewohnte Neigung zu blauen Flecken

• stecknadelgroße blaue Flecken an Armen und Beinen

• ungewohnt schwer verlaufende Infekte unerklärliche Kopfschmerzen

• Nachtschweiß

• Rückenschmerzen

• Juckreiz

• geschwollene Lymphknoten

Ob die genannten Symptome auf eine andere, eventuell harmlose Ursache oder auf eine Leukämie zurückzuführen sind, kann nur durch einen Arzt abgeklärt werden.

Die vier Hauptformen der Leukämien

Leukämien werden aufgrund der morphologischen und immunologischen Eigenschaften der Leukämiezellen in verschiedene Formen eingeteilt, die sich im Krankheitsverlauf und in den Prognosen stark unterscheiden:

• die akute lymphatische Leukämie (ALL)

• die chronische lymphatische Leukämie (CLL)

• die akute myeloische Leukämie (AML)

• die chronische myeloische Leukämie (CML)

Anhand des Unreifegrades der Leukämiezellen, die sich im Knochenmark und Blut befinden, wird zwischen akuten und chronischen Leukämien unterschieden. Die akuten Formen können aus völliger Gesundheit heraus entstehen und entwickeln sich rasch. Die chronischen Formen werden oft zufällig bei einer Routineuntersuchung festgestellt und schreiten langsam fort.

Des Weiteren wird je nach beteiligten Zelltypen unterschieden. Myeloische Formen gehen von den Granulozyten und ihren Vorläuferzellen aus, die Leukämie-Zellen befinden sich vor allem im Knochenmark und Blut. Lymphatischen Formen gehend von den Lymphozyten und ihren Vorläuferzellen aus, hier sind vor allem Lymphknoten und Milz von Leukämiezellen befallen. Die lymphatischen Leukämien werden inzwischen den Lymphomen zugerechnet (siehe auch unter Lymphome).

Behandlungen von Leukämien

Eine Leukämie-Erkrankung führte noch vor wenigen Jahrzehnten in der Regel zum Tod. Inzwischen sind bei der Behandlung große Fortschritte gemacht worden, so dass je nach Art der Leukämie ein unterschiedlicher, aber teils beträchtlicher Anteil der Patienten geheilt werden kann. Das Leben der nicht heilbaren Patienten kann bei guter Lebensqualität teils beträchtlich verlängert werden.

Es werden alle wichtigen Therapien wie Chemotherapien, Strahlentherapien, Immuntherapien und Hochdosistherapien (als Chemo- und/oder Strahlentherapie) mit nachfolgender Stammzelltransplantation durchgeführt. Die Auswahl und eventuelle Kombination der einzelnen Therapien hängt von der Art der Leukämie und von einigen Kennzeichen des Patienten, z.B. dem Alter ab.

Bei einer Leukämie-Erkrankung sollte ganz besonders auf eine gesunde Ernährung geachtet werden. Spezielle, besonders geeignete „Diäten“ gibt es allerdings nicht.

Von Behandlungen mit sogenannten alternativen Therapien muss abgeraten werden. Jegliche Art einer "alternativen" Behandlung ist bedenklich. Patienten, denen zu solch einer Therapie (auch von einem Arzt) geraten wird, sollten unbedingt eine zweite Meinung einholen. In jedem Fall sollte der behandelnde Arzt, in der Regel ein Hämato-Onkologe, der die Standardtherapie durchführt, über jegliche „alternative“ Begleit - Behandlungen informiert werden.

Entstehung und Eigenschaften von Leukämien

Über 90% der an einer Leukämie Erkrankenden sind Erwachsene. Wie bei anderen Krebserkrankungen auch, treten Leukämie-Erkrankungen vor allem in der zweiten Lebenshälfte auf.

Sogenannte ionisierende Strahlungen (radioaktive Substanzen, Röntgenstrahlen, Höhenstrahlung), vorangegangene Behandlung mit Zytostatika und Chemikalien in der Umwelt wie Benzol können die Erbsubstanz in den Vorläuferzellen der Leukozyten schädigen und schließlich eine Leukämie entstehen lassen.

Erbliche Veranlagungen können offenbar für eine geringe Erhöhung der Wahrscheinlichkeit an einer Leukämie zu erkranken, verantwortlich sein. Das ist aber nur für statistische Betrachtungen relevant. Selbst wenn mehrere Mitglieder einer Familie an einer Leukämie oder einem anderen Tumor erkrankt sind, ist das als zufällige Häufung, dieser in der Bevölkerung nicht seltenen Erkrankungen, zu erklären.

Leukämien sind keine ansteckenden Erkrankungen!

Selbsthilfevereinigung zur Unterstützung erwachsener Leukämie- und Lymphompatienten (SELP e.V.)
Loerstr. 23, 48143 Münster

Telefon-1 0 25 1 - 98 11 96 60

Fax-1 0 25 1 - 98 11 96 70

emailicon-1   leukaemie-lymphom@selp.de

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SELP e.V. Regionalgruppe Nürnberg - Mittelfranken

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